Haube

 

Haube

Diskussion s.u.

Die Haube ist rekonstruiert nach unserer schriftlichen Quelle.

Stoff:

  • écrufarbenen Seidenjaquard (gleicher Stoff wie der der Schürze)
  • Haube innen: gefüttert mit dem Seidenjaquard
  • Untere Haubenkante: eingefasst mit einem Schrägband aus dem Seidenjaquard
  • Bänder: 4,5 cm breite Moirébänder, 2 zum Binden der Schleife (37 cm – 41 cm), 2 hängend als Schmuck (67cm – 70 cm)

Schmuck:

  • Seidenband in „Schlangenlinien“ gesteckt, mittig angetupft (angenäht), mit einer Perle in der Mitte verziert
  • Geklöppelte Baumwollspitze
  • Gezogenes Seidenbändchen
  • Perlenblumen (5 kleine Perlen und 1 große Perle in der Mitte), der Wölbung des Hinterkopfes angepasst
  • Schleife aus verstürztem Seidenstoff (wie oben), 6 cm breit, mit hängenden, 35 cm langen Bändern, schräg verstürzt

Diskussion:

Auf den Bildquellen tragen die beiden Frauen keine Trachtenhauben, sondern eine Kopfbedeckung aus Chenille – im Dialekt „Schlijehauben“ genannt. Laut dem Trachtenexperten Jürgen Hohl handelt es sich hier nicht um ein originäres Trachtenstück, sondern  Accessoire aus Frankreich.

Aus diesem Grund entschieden wir uns, die schriftliche Quelle als Grundlage für die Haube zu nehmen.
Zitat aus Hermann Provo, Altrip, eine kulturhistorische Studie 1907/10,
S. 25:
„…namentlich war die weiße Bauernhaube mit fliegenden, langen Seidenbändern, wertvollen weißen Spitzen ein reiches und schönes Kleidungsstück…“ http://www.rpb-rlp.de/107t971741

Im Archiv des Historischen Museums der Pfalz, Speyer, entdeckten wir eine Haube mit Bändern, die uns als Vorlage für unsere Haube diente.

Farbgebung der Haube:

Auf den Bildern sehen wir ältere Frauen. Häufig drückt sich das Alter von Trachtenträgerinnen durch die dunklere Farbgebung aus.
Das ist nicht zwangsläufig so, aber immer wieder zu finden . Allerdings gibt es in der Pfalz und und den anliegenden Trachtengebieten durchaus auch immer wieder weiße Hauben, die von jungen und alten Frauen getragen werden.
Wir entschieden uns daher, die Haube in weiß nachzuarbeiten.
Ob und inwiefern in Altrip das Alter der Trachtenträgerinnen durch Farbe ausgedrückt wurde, kann man auf grund der dürftigen Quellenlage nicht mehr nachvollziehen.


Die Haube ist natürlich DAS Schmuckstück der Frauentracht

Die Trachtenträgerin erhält die mit dem Außenstoff bespannte Gaze, die nun  nach Fantasie und Möglichkeiten verziert werden kann. Danach wird der Innenstoff und die Bänder angebracht.

Hier einige Beispiele für Hauben:

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