Tücher

Laut Karl-August Becker, „Die Volkstrachten in der Pfalz“, S 133 ff., gibt es drei verschiedene Arten von Tüchern.

Das kleinere Brusttuch

Zunächst einmal das kleinere Brusttuch (Unterhalstuch; viereckiges Tuch, 60 x60 cm, zusammengelegt als Dreieck), das nur den Brustausschnitt bedeckte und in das Leibchen gesteckt wurde. Diese Art von Brusttuch wurde immer getragen, war im Alltag aber wohl aus Leinen..

 

Das größere Brusttuch

Wenn man ausging, legte man darüber hinaus ein größeres Brusttuch an von ca. 80 x 80 cm an (in Dreiecksform übereinander gelegt), das über den Rücken hinabhing. „Mit besonderem Stolz trugen die Frauen und Mädchen Tücher, deren Ränder mit langen, geknüpften Fransen besetzt waren.“ (S. 134). Um ein solches „Ausgehtuch“ handelt es sich hier.

Tuchgröße: 80 x 80 cm (ohne Fransen

Stoff: hellblauer Reinseidenjaquard mit großem Blumenmuster   Details

Saum: ringsum einrolliert und gesteppt

Fransen: (2 Fäden hellblau, 2 Fäden gebrochenes weiß), 5-reihig geknüpft

Länge: 20 cm

Das wollene Bindetuch

Zum Dritten gab es für die Kälte noch große wollene Bindetücher: „Groß und breit waren die wollenen Tücher zum Schutze gegen die Kälte. sie wurden auf der Brust gekreuzt und im Rücken geknotet.“

Sie gehören nicht zur Festtagstracht und ersetzen nicht die Jacke, sondern dienen nur als zusätzlichen Schutz gegen die Kälte.

Welche Wolle? Dieses Tuch wurde mit Merinowolle, Nadelstärke 4, kraus rechts gestrickt. Durch das Kraus-Rechts-Stricken gibt es wirklich Schutz gegen die Kälte. Allerdings funktionieren hierbei keine Muster, einzig das Variieren mit anderen Farben als der Grundfarbe ist möglich.

Wollfarben: grundsätzlich: passend zur Tracht. Heutzutage findet man tolle, abwechslungsreiche, mit Farbverläufen gefärbte Wolle 🧶, die es damals so nicht gab. Die Grundfarbe sollte daher auf alle Fälle einfarbig sein, wenn weitere Farben in nicht zu großer Menge (als Akzent) eingestrickt werden, müssen diese nicht ganz einfarbig sein. Wollmenge: ca 10 x 50 g

Strickanleitung

 

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